Frauen, Sugarbabes und die 50er (1/2)

„Das Sugarbabe legt der voranschreitenden Emanzipation nur Steine in den Weg.“ Wie viel ist an dieser Behauptung dran? Haben diese Frauen wirklich keine Würde? Lies weiter und erfahre es hier!

Emanzipation der Frauen vs. Sugarbabe?

Die Begriffe „Sugarbabe“ und „Emanzipation“ werden gerne als Teile zweier verschiedener Welten betrachtet. Bis zu einem bestimmten Punkt stimmt das auch. Das mag daran liegen, dass der bisher dritte Emanzipationsschub erst Mitte der 1940er entstand. Während der 50er Jahre wurde das 1949 beschlossene Gesetz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ noch mit Füßen getreten. Denn damals durfte ein Mann dank des „Letztentscheidungsrechts“ über jegliche Eheangelegenheiten seiner Frau bestimmen. Zudem wurden die Frauen wieder zurück an den Herd gedrängt, als die Männer aus dem Krieg zurückkehrten.

Seitdem hat sich sehr schnell unheimlich viel verändert. Viele Frauen hatten erkannt, dass es außerhalb der Küche sehr viele Orte gab, an denen sie sich nützlich machen und fühlen konnten. Sie hatten sich in ihrer Zeit als Arbeiterinnen selbst beweisen können, dass sie einen „richtigen“ Beruf sehr wohl genauso gut oder gar besser als ein Mann ausüben konnten. Allerdings konnten sie ihre tief verwurzelten Angewohnheiten zunächst nicht ablegen. Andere wollten das nicht tun, weil sie sich in der gewohnten Umgebung des eigenen Heims sicherer fühlten.

Sind Frauen, die sich finanzielle Sicherheit wünschen, automatisch Sugarbabes?
Sind Frauen, die sich finanzielle Sicherheit wünschen, automatisch Sugarbabes?

Marilyn Monroe, das Sugarbabe

Mit dem Ziel, sich niemals Sorgen um Geld machen zu müssen, hatte die von Marilyn Monroe verkörperte Lorelei Lee in dem Film „Blondinen bevorzugt“ (1953) gezielt Ausschau nach einem reichen Mann gehalten. Und schließlich verliebte sie sich in einen von ihnen. Lorelei fand, ihr „Daddy“, wie sie Gus Esmond (Tommy Noonan) gelegentlich nannte, sei von allen Millionären der mit dem sanftesten Charakter. Er habe nie das letzte Wort, lese ihre Wünsche von den Augen ab – und er habe das Geld, sie zu verwirklichen. Auch sagte sie zu Gus‘ misstrauischem Vater:

„Wissen Sie denn nicht, dass ein reicher Mann und ein hübsches Mädchen vieles gemeinsam haben? Gewöhnlich heiratet man ein Mädchen nicht nur, weil es hübsch ist. Aber man würde es doch als sehr angenehm empfinden. Und wenn Sie eine Tochter hätten, wäre es Ihnen dann nicht viel lieber, wenn sie einen reichen Mann heiratet? Sie wünschten ihr doch bestimmt ein Leben ohne Sorgen und dass sie viele kostbare Dinge besitzt. Und warum nehmen Sie mir übel, wenn ich das auch will?“

Lorelei Lee (Marilyn Monroe) in „Blondinen bevorzugt“ (1953)

Heute nennt man eine Frau mit diesen Absichten „Sugarbabe“ . Der Unterschied ist jedoch, dass die modernen Sugarbabes nicht zwingend auf eine Hochzeit und ein typisches 50er Jahre Eheleben mit ihrem Sugardaddy aus sind. Sie wollen vor allem Unterstützung. Für gewöhnlich finanziell oder aber sie werden einfach gerne mit schönen Dingen beschenkt.

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By Daniele Zedda • 18 February

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