Frauen, Sugarbabes und die 50er (2/2)

„Das Sugarbabe legt der voranschreitenden Emanzipation nur Steine in den Weg.“ Wie viel ist an dieser Behauptung dran? Haben diese Frauen wirklich keine Würde? Lies weiter und erfahre es hier!

Das Sugarbabe ist emanzipiert!

Menschen, die ihr Leben selbst bestimmen, sind emanzipiert. Denn der Begriff „Emanzipation“ (lat. emancipatio) bedeutet nichts anderes als jemandem etwas „aus der Hand nehmen“. Genau! Man nimmt anderen die Macht darüber, was man tut oder lässt. Das beinhaltet also nicht ausschließlich Frauen.

Im ersten Teil dieses Artikels ging es um eine Frau, die sich einen Mann angelte, der ihr ein unbeschwertes Leben garantieren konnte. Dementgegen floh Katherine Watson (Julia Roberts) in „Mona Lisas Lächeln“ (2003) geradezu vor ihren Verehrern. Denn sie wollte niemanden, der an ihrer Stelle das Geld verdient. Die Handlung spielt 1953 und 1954. Gegen Ende der Geschichte gibt es eine Unterhaltung zwischen der Lehrerin und einer ihrer Schülerinnen, Joan Brandwyn (Julia Stiles). In dieser erklärt Joan Katherine, dass es ihre eigene Entscheidung war, nun doch nicht Jura zu studieren.

„Aber Sie müssen sich nicht entscheiden.“ – „Doch, das muss ich. Ich will ein Heim. Ich will eine Familie. Das will ich nicht opfern müssen.“ – „Niemand verlangt von Ihnen, dass Sie das opfern, Joanie. Ich wollte Ihnen nur sagen, dass Sie beides tun können.“ – „Sie glauben, ich wache eines Morgens auf und bereue, keine Anwältin zu sein? […] Nicht so sehr wie ich es bereuen würde, ohne Familie dazustehen, nicht meine Kinder zu erleben. Ich weiß ganz genau was ich tue und das macht mich nicht weniger gescheit. […] Sie stehen da und fordern uns auf, über Bilder hinauszusehen, aber Sie tun es nicht. Für Sie ist eine Hausfrau jemand, der seine Seele für eine schicke Küche verkauft hat. Sie hat keinen Tiefgang, keinen Intellekt, keine Interessen. Sie haben mir erklärt, ich könnte alles tun was ich wollte. Das ist das, was ich will.“


Unterhaltung zwischen Katherine Ann Watson (Julia Roberts) und ihrer Schülerin Joan Brandwyn (Julia Stiles).
Liebe Sugarbabes: Ihr bestimmt, also seid ihr emanzipiert!
Liebe Sugarbabes: Ihr bestimmt, also seid ihr emanzipiert!

Frauen sollten so frei sein wie es die Männer längst sind

Feministen und Kritiker sind davon überzeugt, dass Frauen sich heutzutage mit Ansichten wie der von Joan Brandwyn selbst Steine in den Weg legen. Denn so werden sie niemals aufhören, (Sex-)Objekte zu sein. Allerdings vergessen genau diese Kritiker dabei, dass es nicht die Abstinenz ist, die Frauen von einem derart verschrobenen Bild löst oder lösen wird. Es ist die Überzeugung, dass nicht allein die Männer tun und lassen können was sie wollen, sondern auch die Frauen.

Will sich eine Frau lieber hochgeschlossen kleiden, so soll sie es tun. Das macht sie nicht automatisch prüde, sondern zeigt lediglich ihren individuellen Kleidungsstil. Und will sie sich halb- oder vollkommen nackt fotografieren lassen, so soll sie es tun. Das macht sie nicht zu einem Objekt, sondern zu einem Menschen, der frei entscheiden kann, was er mit seinem Leben tut. In beiden Fällen kann die Frau durchaus unabhängig und erfolgreich sein.

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By Daniele Zedda • 18 February

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